Checkliste
GmbH gegründet — was nun? Die Checkliste für die ersten 90 Tage
Mit Notartermin und Eintragung beginnt für die neue Gesellschaft der Alltag mit Meldepflichten, Fristen und Buchführung. Diese Checkliste ordnet die Aufgaben nach Zeitpunkt, nennt jeweils die Rechtsgrundlage und erklärt am Ende die Begriffe, die Ihnen in den ersten Wochen begegnen.
Stand: 2026-10-15
Fristen nach der Gründung im Überblick
| Zeitpunkt | Aufgabe | Grundlage | Bei wem |
|---|---|---|---|
| mit Beginn der gewerblichen Tätigkeit | Gewerbeanzeige auf dem Vordruck GewA 1 | § 14 Abs. 1 GewO | Gemeinde |
| binnen einer Woche nach Beginn | Meldung an den Unfallversicherungsträger; gilt mit fristgerechter Gewerbeanzeige als erfüllt | § 192 Abs. 1 SGB VII | Berufsgenossenschaft |
| unverzüglich, spätestens nach der Eintragung | wirtschaftlich Berechtigte melden | § 20 Abs. 1 GwG | Transparenzregister |
| binnen eines Monats nach der Gründung | Anzeige und Fragebogen zur steuerlichen Erfassung elektronisch | § 137 Abs. 2, § 138 Abs. 1b AO | Finanzamt |
| zu Beginn des Handelsgewerbes | Inventar und Eröffnungsbilanz | § 240 Abs. 1, § 242 Abs. 1 HGB | intern, Buchhaltung |
| vor der ersten Beschäftigung | Betriebsnummer beantragen, Lohnabrechnung einrichten | Sozialversicherungsrecht | Bundesagentur für Arbeit |
| bis zum 10. nach jedem Voranmeldungszeitraum | Umsatzsteuer-Voranmeldung | § 18 Abs. 1 UStG | Finanzamt |
| bis zum 10. nach jedem Lohnsteuer-Anmeldungszeitraum | Lohnsteuer-Anmeldung | § 41a Abs. 1 EStG | Betriebsstättenfinanzamt |
Buchführung, Inventar und Eröffnungsbilanz
Die GmbH gilt als Handelsgesellschaft (§ 13 Abs. 3 GmbHG) und muss deshalb Bücher nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung führen (§ 238 Abs. 1 HGB). Zu Beginn des Handelsgewerbes verzeichnet sie ihr Vermögen und ihre Schulden in einem Inventar (§ 240 Abs. 1 HGB) und stellt eine Eröffnungsbilanz auf, oft auch Gründungsbilanz genannt (§ 242 Abs. 1 HGB). Bei einer Bargründung zeigt sie im Kern das gezeichnete Kapital, gegebenenfalls ausstehende Einlagen und das Bankguthaben.
Trennen Sie von Anfang an strikt zwischen Gesellschaft und Privatsphäre: eigenes Konto, eigene Belege, Verträge im Namen der GmbH. Zahlungen an Gesellschafter brauchen einen Rechtsgrund, etwa einen Geschäftsführervertrag oder einen Gewinnverwendungsbeschluss. Das erste Geschäftsjahr ist häufig kürzer als zwölf Monate; länger als zwölf Monate darf ein Geschäftsjahr nicht dauern (§ 240 Abs. 2 HGB).
Pflichtangaben nach außen
- Geschäftsbriefe an bestimmte Empfänger, gleich ob Papier oder E-Mail: Rechtsform und Sitz, Registergericht und Handelsregisternummer sowie alle Geschäftsführer mit Familiennamen und mindestens einem ausgeschriebenen Vornamen (§ 35a Abs. 1 GmbHG)
- Angaben zum Kapital nur vollständig: Wer das Stammkapital nennt, muss auch noch ausstehende Geldeinlagen angeben (§ 35a Abs. 1 Satz 2 GmbHG)
- Impressum der Internetseite: Name, Anschrift, Rechtsform, Vertretungsberechtigte, Kontakt per E-Mail, Register und Registernummer sowie eine vorhandene USt-IdNr. oder Wirtschafts-Identifikationsnummer (§ 5 Abs. 1 DDG)
- Rechnungen: unter anderem Steuernummer oder USt-IdNr. der Gesellschaft (§ 14 Abs. 4 Nr. 2 UStG) — die Steuernummer kommt erst nach dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, deshalb diesen früh übermitteln
- Vor der Eintragung: Zusatz „i. G.“ für „in Gründung“ führen, um nicht den Eindruck einer bereits eingetragenen GmbH zu erwecken
Kammern, Beiträge und Register
Mitglied der Industrie- und Handelskammer wird die GmbH kraft Gesetzes, sobald sie zur Gewerbesteuer veranlagt ist und im Kammerbezirk eine Betriebsstätte unterhält (§ 2 Abs. 1 IHKG); Handwerksbetriebe gehören zur Handwerkskammer. Die Beitragsbefreiung für Existenzgründer gilt nur für natürliche Personen, nicht für Kapitalgesellschaften (§ 3 Abs. 3 IHKG). Für das Transparenzregister fällt eine Jahresgebühr an, derzeit 19,80 €.
Achten Sie nach der Bekanntmachung der Eintragung auf Schreiben, die wie amtliche Rechnungen aussehen, aber Angebote für Einträge in private Verzeichnisse sind. Die Gebühren für die Eintragung stellt die Justiz in Rechnung; eine Pflicht, sich in private Register oder Branchenbücher eintragen zu lassen, besteht nicht.
Die ersten 90 Tage als Abhakliste
In der Reihenfolge, in der die Aufgaben typischerweise anfallen.
- Tag 1 nach dem Notartermin: Geschäftskonto für die Gesellschaft in Gründung beantragen, Stammkapital einzahlen, Nachweis an das Notariat
- Mit Aufnahme der Tätigkeit: Gewerbeanzeige bei der Gemeinde, Berufsgenossenschaft prüfen
- Nach Einreichung der Anmeldung: Fragebogen zur steuerlichen Erfassung übermitteln, USt-IdNr. bei Bedarf mit beantragen
- Nach der Eintragung: Registergericht und HRB-Nummer in Briefpapier, Rechnungsvorlagen, E-Mail-Signatur und Impressum übernehmen
- Unverzüglich nach der Eintragung: Transparenzregister-Meldung
- In den ersten Wochen: Eröffnungsbilanz, Buchhaltung einrichten, Belegablage und Kontenrahmen festlegen
- Vor dem ersten Gehalt: Geschäftsführervertrag, Betriebsnummer, Lohnabrechnung, Anmeldung zur Sozialversicherung
- Nach Erhalt der Steuernummer: Fristen für Umsatzsteuer-Voranmeldung und Lohnsteuer-Anmeldung in den Kalender
- Bis Tag 90: Vorauszahlungsbescheide prüfen, Liquidität für Steuern einplanen, Termin für den ersten Jahresabschluss festhalten
Begriffe, die Ihnen in den ersten Wochen begegnen
GmbH i. G.
Die Gesellschaft zwischen Beurkundung und Eintragung, auch Vorgesellschaft genannt. Sie kann ein Konto führen und Verträge schließen; wer für sie handelt, haftet bis zur Eintragung persönlich.
HRB-Nummer
Die Nummer, unter der die GmbH in Abteilung B des Handelsregisters eingetragen ist. Zusammen mit dem Registergericht gehört sie auf Geschäftsbriefe und ins Impressum.
Gesellschafterliste
Verzeichnis der Gesellschafter mit Nennbeträgen und prozentualer Beteiligung (§ 40 GmbHG). Beim Musterprotokoll übernimmt die Urkunde diese Funktion; spätere Änderungen erfordern eine neue Liste.
Wirtschaftlich Berechtigter
Natürliche Person, die mehr als 25 Prozent der Anteile oder Stimmrechte hält oder die Gesellschaft auf andere Weise kontrolliert. Ihre Angaben gehören ins Transparenzregister.
Eröffnungsbilanz
Die erste Bilanz zu Beginn des Handelsgewerbes, in der Praxis auch Gründungsbilanz genannt. Für sie gelten die Bilanzvorschriften des Jahresabschlusses entsprechend.
Rumpfgeschäftsjahr
Ein Geschäftsjahr, das kürzer als zwölf Monate ist — typisch für das Gründungsjahr, wenn die GmbH unterjährig startet und das Geschäftsjahr dem Kalenderjahr folgt.
Steuernummer und USt-IdNr.
Die Steuernummer vergibt das Finanzamt nach dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung; die USt-IdNr. erteilt das Bundeszentralamt für Steuern für Geschäfte mit Unternehmen in anderen EU-Staaten.
Unterbilanzhaftung
Pflicht der Gesellschafter, eine Lücke aufzufüllen, falls Anlaufverluste das Gesellschaftsvermögen bis zum Eintragungstag unter den Betrag des Stammkapitals gedrückt haben — eine Regel aus der Rechtsprechung.
So geht es mit gruendung.io
- Transparenzregister-Meldepaket 29 €, Gewerbeanmeldung 29 €
- Steuerliche Erfassung: Ausfüllen kostenlos, Prüfung und ELSTER-Übermittlung 35 €
- Hinweise auf Berufsgenossenschaft und Kammermitgliedschaft im Ablaufplan
- Gründungspaket 199 € einmalig, Erfassen und Prüfen kostenlos
Der Ablaufplan von gruendung.io endet nicht beim Notartermin: Er führt über Einzahlung und Eintragung bis zu den Pflichten der ersten Wochen, jeweils mit Frist und Zuständigkeit. Die Anmeldungen danach sind eigene Module auf derselben Plattform, und auch Buchhaltung und Jahresabschluss der Gesellschaft lassen sich dort weiterführen.
Häufige Fragen
Was muss ich nach der GmbH-Gründung als Erstes erledigen?
Direkt nach dem Notartermin das Geschäftskonto eröffnen und das Stammkapital einzahlen, damit das Notariat anmelden kann. Mit Aufnahme der Tätigkeit folgt die Gewerbeanzeige, danach innerhalb eines Monats der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung und nach der Eintragung unverzüglich die Meldung zum Transparenzregister.
Braucht die GmbH eine Eröffnungsbilanz?
Ja. Jeder Kaufmann stellt zu Beginn seines Handelsgewerbes eine Eröffnungsbilanz auf (§ 242 Abs. 1 HGB), und die GmbH gilt als Handelsgesellschaft. Bei einer Bargründung ist sie meist kurz: gezeichnetes Kapital auf der einen, Bankguthaben und gegebenenfalls ausstehende Einlagen auf der anderen Seite.
Wann bekommt die neue GmbH ihre Steuernummer?
Nachdem das Finanzamt den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung bearbeitet hat. Wie lange das dauert, hängt vom Finanzamt ab. Weil Rechnungen die Steuernummer oder die USt-IdNr. enthalten müssen, lohnt sich eine frühe Übermittlung.
Muss die GmbH Mitglied der IHK werden?
Ja, wenn sie zur Gewerbesteuer veranlagt ist und im Kammerbezirk eine Betriebsstätte hat (§ 2 Abs. 1 IHKG); das ist bei einer gewerblich tätigen GmbH der Regelfall. Handwerksbetriebe gehören zur Handwerkskammer. Die Höhe des Beitrags richtet sich nach der Beitragsordnung der jeweiligen Kammer.
Welche Angaben gehören auf Briefe und E-Mails der GmbH?
Rechtsform, Sitz, Registergericht, Handelsregisternummer und alle Geschäftsführer mit Familiennamen und mindestens einem ausgeschriebenen Vornamen (§ 35a GmbHG). Das gilt für jede Form von Geschäftsbrief an einen bestimmten Empfänger, also auch für E-Mails.
Was ist ein Rumpfgeschäftsjahr?
Ein Geschäftsjahr mit weniger als zwölf Monaten. Startet die GmbH zum Beispiel im September und folgt ihr Geschäftsjahr dem Kalenderjahr, umfasst das erste Geschäftsjahr nur September bis Dezember; für diesen Zeitraum wird bereits ein Jahresabschluss fällig.
Quellen und Rechtsstand
Primärquellen für die zentralen Aussagen dieser Seite. Öffnen Sie im Zweifel immer die aktuelle Fassung.
- § 14 GewO — Gewerbeanzeige gleichzeitig mit Betriebsbeginn
- § 192 SGB VII — Mitteilung an die Berufsgenossenschaft binnen einer Woche
- § 137 AO — Anzeige der Gründung binnen eines Monats
- § 20 GwG — Mitteilung an das Transparenzregister
- § 242 HGB — Eröffnungsbilanz und Jahresabschluss
- § 35a GmbHG — Pflichtangaben auf Geschäftsbriefen
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